Angststörung

Gefangen im Nebel

Ich möchte Euch einen kleinen Ausschnitt von meinen eigenen Ängsten geben. Angefangen haben sie mit Anfang 20. Neben privaten Problemen befand ich mich in der Ausbildung zur Krankenschwester. Hier habe ich mich überhaupt nicht wohl gefühlt (aus verschiedensten Gründen ).

Auf einer Party war es dann soweit. Meine erst Panikattacke. Natürlich wusste ich überhaupt nicht was mit mir geschah. Der absolute Kontrollverlust über meinen Geist und meinen Körper. Die Attacken wiederholten sich, aber ich konnte es nicht einordnen. Zusätzliche Ängste begannen mein Leben zu bestimmen.

Nach meiner Ausbildung und mit dem Einstieg in die Berufswelt erkannte ich, dass es wohl sinnvoll sei eine ambulante Psychotherapie zu machen. Dort bekam mein Zustand einen Namen. Angst- und Panikattacken.

Ich hatte Zeiten, in denen ich kontinuierlich unter Angst litt. Zwar mehr und weniger intensiv, aber sie war omnipräsent. Wie ich es geschafft habe, nebenbei noch Leistung zu bringen bei der Arbeit und meinen Alltag zu bewältigen… Es ist mir heute ein Rätsel und beweist nur, was ein Mensch alles aushalten kann. Es ist schwer zu beschreiben, wie viel Kraft es kostet seine Angst unter Kontrolle zu halten und nebenbei mit der eigenen perfektionistischen Persönlichkeit einem sehr verantwortungsvollen Beruf nachzugehen.

Es gab Zeiten, in denen ich mich nicht getraut habe vor die Haustür zu gehen oder mit dem Auto zu fahren. Die Welt schien wie in einem Nebel zu liegen. Ich konnte teils kaum gerade aus gehen und suchte immer den Weg an Wänden und Rändern entlang, um Halt zu haben. Teilweise hatte ich Zwangsgedanken. Ich kann Euch nur diesen kleinen Auszug geben, aber das Leben war teilweise nur noch eine Qual. In einem späteren Blog werde ich Euch berichten, wie und was mich dennoch aufrechterhielt.

Mit Anfang 30 ging es weiter bergab, nicht nur psychisch, sondern auch körperlich. Ich erholte mich auch nicht richtig von Erkältungen, bekam Allergien, landete mehrmals aufgrund von Herzrasen im Krankenhaus. Ambulante Therapien brachten mich nicht wirklich weiter. Ich kündigte meinen Job. Der Tiefpunkt. Der Beruf ist eines im Leben mit dem ich mich identifiziere. Es war mir immer wichtig, dass die Arbeit nicht unter meinen dominierenden Ängsten leidet und ich mich aufgrund dessen nicht krank schreiben lassen muss. Da war die Angst, dass ich mich auf meinen Ängsten ausruhen könnte. Das Schlimme war, dass die Arbeit an sich mir schon Angst bereitete. Ich war überhaupt kein Typ für die Anästhesiepflege.

Nun war der Punkt da, den man vielleicht Depression nennen kann. Es war einfach eine Kraftlosigkeit. Ich hatte keine Kraft mehr meine Angst in Schach zu halten und ihr etwas entgegenzusetzen. Ich setzte mich mit dem Gedanken auseinander, ob ein solches Leben noch lebenswert sei.

Es gab für mich zwei Wege, die ich jetzt gehen konnte. Entweder beendete ich jetzt dieses klägliche Dasein oder ich entschied mich für mein Leben. Es wurde die zweite Variante. Mein eigentlicher Recoveryweg begann.

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