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Meine eigenen Therapiepferde

Zur Zeit ist es mal wieder spannend in meinem Leben. Mein Mann und ich haben vier Ponys und zwei Esel. Mein Kutschenunfall war natürlich der perfekte Nährboden eine Angst vor dem Reiten zu entwickeln. Das Gefühl das Pferd nicht mehr unter Kontrolle zu haben, sitzt tief. Seit 2016 setze ich mich stetig unter Druck wieder reiten zu müssen. Aktuell ist das Thema wieder sehr präsent, da wir drei Ponys vermacht bekommen haben. Ob sie letztendlich zunächst in dem Reitschulbetrieb bleiben, in dem sie aktuell noch sind, oder recht zügig zu uns ziehen, wird sich denke ich in den nächsten zwei Wochen entscheiden. So viele Pferde… und nicht reiten?

Heute habe ich nicht zum ersten Mal mit meinem Mann darüber diskutiert, ob es überhaupt Sinn macht die Pferde zu halten, wenn ich mich nicht traue wieder zu reiten. Er sieht überhaupt keinen Grund, warum man dieses nicht sollte. Kein Pferd bittet darum geritten zu werden. Alles von Menschenhand gemacht. Zudem wandern wir mit ihnen, trainieren Lektionen vom Boden und mein Mann reitet gemütlich, wenn es die Zeit zulässt.

Beim Reden über die Situation ist mir klar geworden, warum alles gut ist, wie es ist. Wenn die Pferde ausreichend Bewegung und Artgenossen haben sind sie am zufriedensten. Das können wir ihnen soweit bieten.

Mir ist heute nochmals klar geworden, dass ich die Pferde brauche, um meinen gesundheitlichen Status halten zu können. Auch wenn es mir noch so schlecht ging, egal wodurch, ich stehe immer wieder auf, um zu den Pferden zu kommen. Ich habe immer durchgehalten bei der Arbeit, um Geld zu verdienen und so die Pferde unterhalten zu können. Die Pferde müssen sich bewegen, und dann laufen wir mit ihnen. Soweit würde ich ohne die Pferde nicht laufen, ich miste, Striegel sie und genieße ihre Nähe. Sie sind Sport, Entspannung und der beste Ausgleich.

Ich glaube sie sind die besten Therapeuten. Und wenn es den Ponys und mir dabei gut geht. Warum also nicht? Sie machen zumindest einen gesunden und in der überwiegenden Zeit einen ausgeglichenen Eindruck. Die Pferde und Esel helfen mir vor allem körperlich, aber auch bezogen auf meine Seele auf einem Stand zu bleiben, mit dem ich zufrieden sein kann.

Ok, viele schauen natürlich schräg, wenn ich neben den Ponys herlaufe. Ich habe mir auch schon viel anhören müssen. Ich könnte mich erklären, aber ich weiß, dass es die meisten dennoch nicht verstehen können. Wie auch.

Es ist mal wieder der eigene, zutiefst persönliche Weg und ich möchte ihn genauso gehen.

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