Es ist OK nicht ganz OK zu sein
So, endlich mal wieder einen Text für meinen Blog. Ich habe länger nichts von mir hören lassen. Das war so eine Art Überlebensstrategie schätze ich. Meine Aktivitäten musste ich auf ein Minimum reduzieren, da ich mich echt überlastet gefühlt habe. Dabei habe ich wieder mal entdecken müssen, wie schwer mir Kontrollverlust fällt. Ich befinde mich immer noch in einer Situation, in der mir aus privaten Gründen psychisch viel abverlangt wird. Dennoch habe ich mich nach drei Wochen Urlaub stabilisiert. Ich habe erstmal viel geschlafen und mir tatsächlich mal erlaubt nichts zu tun. Das habe ich vorher aber gegoogelt, um mir eine Art Legitimation dafür zu geben (Krass, oder?). Natürlich war ich vor dem Urlaub schon wieder in dieser Spirale, dass ich dachte mein Zustand würde immer so bleiben. Dann ist es sehr erleichternd zu sehen, dass es wieder ein Licht am Ende des Tunnels gibt. Ich kenne auch das Gefühl, welches Martha Pany beschreibt, dass ich selbst nicht merke, wann die Grenze zur Überlastung bereits überschritten ist. Dabei kommt erschwerend hinzu, dass alleine die jahrelangen Ängste und daraus entstandene Folgesyndrome das allgemeine Befinden bereits schwächen. Mit anderen Worten, ich bin generell nicht mehr so belastbar, wie ich es ohne die Ängste wäre. Vermute ich. Andersherum habe ich auch wenig Vergleiche zu anderen Menschen. Ich denke immer, alle um mich herum haben solche Probleme nicht und stehen beiden Beinen fest auf dem Boden. Die wenigsten sprechen über ihre Verletzlichkeiten. Dabei ist es doch schön, einfach menschlich zu sein und zum Mensch sein gehören gute und schlechte Zeiten. Selbst bei meinen Tieren beobachte ich das und obwohl sie nicht sprechen können, erkennt man es. Da sieht man, wie Menschen sich teils auch anstrengen müssen, ihre Verletzlichkeiten zu verbergen. Das ist auch in Ordnung. Aber ich weiß selbst, WIE anstrengend das ist. Daher ist es mehr und mehr eine Befreiung, offener mit meinen Problemen umzugehen.
Aber es ist noch viel Arbeit was das Akzeptieren von psychischen und körperliche Einbußen betrifft und klarer zu sehen, was man dennoch jeden Tag leistet.