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Kompass

Als ich den Podcast „Hoffnung hilft heilen“ von Martha Pany mit Christian Burr gehört habe, bin ich an einer Stelle hängen geblieben. Die Stelle heißt Orientierung.
Es ist die Rede davon, dass Menschen evtl. nicht zu jeder Phase ihrer Erkrankung für Recovery bereit sind. Das habe ich selbst im letzten Beitrag erwähnt und fand es interessant den Aspekt nochmals von Christian Burr zu hören. Es gibt Situationen da benötigt man in seiner psychischen Erkrankung zunächst Orientierung. Ich erinnere mich noch gut an eigene Phasen, in denen ich planlos was. Wie oft habe ich mir gewünscht, dass mir jemand Orientierung gibt. Ich war überhaupt nicht ich, und meine Seele total verzweifelt. Da war es zunächst wichtig, überhaupt erstmal einen Weg zu finden, denn ich befand mich gefühlt in einem tiefen dunklen Wald, ohne Idee in welcher Richtung eine befestigte Straße liegen könnte. Meinen Kompass hatte ich verloren und ich schien im Kreis zu laufen.
Wie soll man eine Idee davon haben, wie der eigene Weg aussehen könnte, wenn er in unerreichbarer Nähe erscheint. Gott sei Dank, gab es immer Menschen in meinem Leben, die mich unbewusst an Lichtungen gebracht haben und letztendlich auf die notwendige befestigte Straße zurück zum Leben und zu meinem eigenen Ich.
Ich befinde mich in einer Betroffenenrolle, aber bin auch in einer professionellen Rolle unterwegs. Aus professioneller Sicht ist es also wichtig, die Menschen dort abzuholen, wo sie gerade stehen (insofern sie bereit dazu sind). Das war für mich auch nochmal wichtig zu reflektieren, denn ich bin so angetan von Recovery, dass ich überspitzt gesagt am liebsten aktuell jedem diese Sicht angedeihen lassen würde.
Der Mensch selbst muss seinen befestigten Weg finden. Professionelle können dieses unterstützen, vielleicht ein paar Schilder aufstellen und ein Stück mitgehen. Die Entscheidungen welche Abzweigung gewählt wird und ob Begleiter willkommen und nötig sind trifft jeder selbst.
Dennoch lohnt es sich, und da gehe ich mit Martha Pany und Christian Burr, die Haltung zu verbreiten für Betroffene und an Ideen bzgl. Recovery (auch im klinischen Bereich) zu arbeiten, bzw. weiterhin Forschung zu betreiben.

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