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Lange gesucht und auch gefunden

So, mal wieder ein Beitrag zu meiner persönlichen Situation. Es hat sich neben meiner Panikstörung noch ein chronisches Erschöpfungssyndrom (abgekürzt ME/CFS) entwickelt. ME/CFS ist nicht zu verwechseln mit dem Fatique bei/nach Krebserkrankungen oder bei MS. Diese chronische Erkrankung trage ich wohl schon länger mit mir herum auch die Fibromyalgie ist nicht selten bei Me/CFS. So ungünstig das für mein Leben auch ist, komme ich besser zurecht, seit ich weiß, dass die gefühlten 100 Symptome letztendlich einen Namen bekommen haben.

Es gibt verschieden Abstufungen von ME/CFS. Mein Alltag ist dadurch schon sehr anstrengend und eingeschränkt, aber Gott sei Dank bin ich nicht bettlägerig wie manch andere mit der Diagnose.

Wie sieht mein Alltag mit ME/CFS aus? Ich stehe auf und das ist schon oft sehr schwer. Das posturale orthostatische Tachykardiesyndrom lässt mich (häufiger im Sommer als im Herbst und Winter) gar nicht erst richtig aus dem Bett kommen. Die Schlafstörungen lassen allein schon wenig Erholung zu. Es gibt Tage da kann ich mich nach dem Staubsaugen direkt wieder hinlegen. So eine halbe Stunde, dann geht es erst wieder. Durch die Nahrungsunverträglichkeiten ist es auch schon schwierig mit der Ernährung. Ich muss meine Hauptmahlzeit gut planen, da ich dann eine Stunde ruhen muss. Durch den Reizdarm bekomme ich direkt Durchfall, wenn ich die Ruhezeit nicht einhalte. Schmerzen sind mehr oder weniger immer präsent. Ich benötige je nach Tagesform kleinere Ruhephasen. Wenn es sehr schlimm ist, kann ich nur liegen und schaffe nicht mal mehr die Rollos herunterzulassen. Ich bin Licht- und lärmempfindlich und vertrage Medikamente meistens nicht so gut. Manchmal kann ich mich nur schlecht konzentrieren. Wie bei allen chronischen Erkrankungen gibt es bessere und schlechtere Phasen. Natürlich ist nicht von der Hand zu weisen, dass Stress immer auch eine Rolle spielt. Aber ich kann mich doch erinnern, wann das Ganze begonnen hat. Und zwar war ich in einer großen Stresssituation und bekam eine richtig, richtig schlimme Erkältung. Ich bekam die Erkältung nicht in den Griff. Hinzu kam plötzlich eine ausgeprägte Nesselsucht. Niemand wusste, woher dieses kam. Jedenfalls war ich ein paar Wochen richtig krank. Ich denke das war der Auslöser. Es ist schon komplex und wenn hier so schreibe, merke ich wie schwer es ist diese Komplexität so darzustellen, dass man es halbwegs erfassen könnte. Nun da ich aber weiß womit ich es zu tun habe fällt es mir leichter damit umzugehen. Ich lerne meine Kräfte einzuteilen, auch wenn das aktuell nicht ganz einfach ist. Ich weiß woran was liegt und welche Stellschrauben ich drehen muss, um meine Reserven nicht unnötig zu verschwenden. es ist zwar noch ein Lernprozess, aber ich werde sensibler mit meinen persönlichen Grenzen.

Wer also gefühlte 100 Symptome hat, die scheinbar nicht zusammenpassen und einen fast um den Verstand bringt, weil man seinen Zustand einfach nicht nachvollziehen kann, könnte mal in diese Richtung denken.

Es gibt kanadische Kriterien, um ME/CFS zu diagnostizieren. Ich hänge den Link für Interessierte mal an.

In diesem Jahr habe ich sehr viel über mich selbst herausgefunden. Es ist zwar nicht das, was man sich so wünscht, aber es kommt jetzt darauf an was ich selber daraus mache.

Träume nicht aufgeben, Ziele im Blick behalten, aber auch mehr auf mich achten und sorgsamer mit mir sein.

https://www.fatigatio.de/fileadmin/user_upload/07/vereinsdocs/kriterien.pdf

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