Angststörung,  Recovery

Angst – Ein Gefühl mit tausend Gesichtern

Über lange Zeit war es so, dass ich sobald ich eine Angstform meinte im Griff zu haben, mich eine andere Angst übermannte. Strategien, welche ich gegen die Panikattacken in der Psychotherapie erlernt habe, schienen zunächst zu funktionieren. Doch es dauerte nicht lange, dann bekam ich zum Beispiel Zwangsgedanken, oder Phobien verstärkten sich. Angst gibt es in verschiedensten Facetten. Manchmal wusste ich nicht, welche die schlimmste ist.

Ich habe die Idee dazu, dass zwar die Symptome bekämpft wurden, aber die Ursache nicht. Das hat mich letztendlich an den Therapien zweifeln lassen. Immer wieder sollte ich mich meinen Ängsten, vor allem den Panikattacken stellen und diese aushalten. Es half mir aber nicht wirklich weiter. Ich kann mir nur vorstellen, dass das Übel nicht an der Wurzel gepackt wurde. Was mir erstmals in diesem Bereich weitergeholfen hat war eine psychosomatische Reha. Der Psychologe dort hat das ganze Familiensystem beleuchtet und ich erkannte, dass Traumen unbewusst an Generationen weitergegeben werden. Hier schien, was mein persönliches Trauma betraf zumindest schon mal ein Ansatz greifbar. Es ist aus meiner Sicht logisch, dass die Angst nicht verschwindet, wenn das Trauma nicht verarbeitet ist. Die Psychotherapie hat durch die Strategie sich den Ängsten zu stellen, Atemübungen, weiteren Entspannungstechniken etc. dazu beigetragen Symptome abzumildern. Ich habe selbst viel über mich in den letzten Jahren in Erfahrung gebracht, und kann mir mittlerweile einen Reim darauf machen, warum manche Verletzlichkeiten bei mir so sind wie sie sind, und warum ich in manchen Situation angetriggert werde.

Aber ich bin gefühlt noch lange nicht am Ende meiner Recovery Reise. Wenn ich das jetzt so schreibe, kann ich mir kaum vorstellen, dass ich es noch irgendwann sein werde. Solange begleiten meine Ängste mich schon. Auf der anderen Seite habe ich dadurch das Geschenk bekommen mich selbst besser kennen zu lernen. Dieser Zugang zu mir selbst und meiner Möglichkeit der Selbstreflektion eröffnet mir zugleich einen Zugang zu anderen Menschen und ihren Gefühlen. Es stärkt meine Intuition, der ich in der Regel blind vertrauen kann. Und das ist etwas, was ich nicht mehr eintauschen möchte, selbst wenn man mir dafür meine Ängste abnehmen würde.

Über Podcasts von Martha Pany, eine Person, die ich in kurzer Zeit sehr schätzen gelernt habe und von der ich inspiriert worden bin, diesen Blog zu eröffnen, habe ich einiges gelernt. In kürzester Zeit mehr als in Jahren zuvor. Dami Chaf berichtet im Gespräch mit Martha Pany in einem der Podcasts (Hoffnung hilft heilen) über Traumen und dem Unterschied zwischen Schocktraumen und Entwicklungstraumen.

Ich kann Euch die Podcasts von Martha Pany nur empfehlen und ans Herz legen:

Thema im Podcast: Entwicklungstrauma: was ist das und was ist wichtig für die therapeutische Begleitung? Martha Pany im Gespräch mit Dami Chaf.

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