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    Traurig sein- aber wie viel?

    Wie ihr sicher in meinem letzten Beitrag gelesen habt, ist ein guter Freund verstorben. Wie ihr euch weiterhin sicher vorstellen könnt, beschäftigt einen so ein Verlust nicht nur einen Tag, nicht nur eine Woche, nicht nur einen Monat. Die Beerdigung ist nun vorbei, aber in dieser Zeit mit Corona, konnten wir daran nicht teilnehmen. Also sind wir später zum Grab, um uns leise zu verabschieden. Immer noch erscheint alles so unwirklich. Ich finde es irgendwie falsch, dass das Leben einfach so weiter geht. Wo bleibt die Zeit zu trauern? Zunächst habe ich mich versucht abzulenken, ich hatte zum Todeszeitpunkt Urlaub. Jetzt gehe ich wieder arbeiten, für das Studium muss ich…

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    Ein Wegbegleiter ist gegangen

    Ich schreibe diesen Beitrag aus Dank an einen Freund und Wegbegleiter, der einen wesentlichen Anteil meiner Recoverygeschichte mit mir bestritten hat. Gestern ist er nach schwerer Krankheit gegangen. Viele Gedanken schossen mir durch den Kopf. Wie geht es wohl jetzt weiter, auch mit dem was er zurücklässt, wen frage ich, wenn ich mit den Pferden mal unsicher bin, hinaus über religiöse Fragen, ob wir uns wohl wieder sehen, ob er mich jetzt beobachten kann, wenn ich mich mit meinem Mann um die Pferde kümmere, und natürlich kommen viele, viele Erinnerungen eines gemeinsamen Weges. Ich habe ihn kennengelernt, als ich beschloss reiten zu lernen. Er war Reitlehrer. Ich war Anfang zwanzig…

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    Krankheit sozial konstruiert – Wir können etwas ändern, das zeigt uns die Corona- Krise

    Aktuell dreht sich alles um den Corona Virus. Das erste Mal seit dem zweiten Weltkrieg, so berichtet Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Ansprache zur Corona Krise, wird außergewöhnlich viel Solidarität von den Menschen gefordert. Es gründen sich Helfertrupps, Nachbarschaftshilfen, etc. In dieser Krise bereite ich mich mittendrin auf meine erste Prüfung im Master vor und habe so zumindest etwas das Gefühl von gewohnter Routine nach dem Bachelorstudium. Ich persönlich finde es bemerkenswert das viele Bürgerinnen und Bürger in unterschiedlichster Weise zusammenrücken und versuchen dem Virus zu bekämpfen. Wenn ich so in meiner Literatur stöbere denke ich nur, wie schön wäre diese Solidarität auch in Zukunft in anderen Bereichen, wenn es…

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    Die alexithymische Gesellschaft – Ein rein hypothetischer Gedanke

    Heute Morgen bin ich um 4 Uhr aufgewacht. Genau wie in den letzten Tagen schweißgebadet und mit frei flottierenden Ängsten. Gut habe ich dann heute gedacht. Dann höre ich mal genauer hin und die Ängste wurden weniger als mir ein Gedanke kam. Irgendwie ist es ja kein Wunder. Vor einer Woche ist mein Fohlen geboren, was quasi für mich eine freudige emotionale Explosion war (innerlich). Aber wer hat da schon Zeit für. Arbeiten war angesagt und außerdem schien bis auf meine Mutter, ich die Einzige zu sein, mit diesen freudigen Gefühlen. Das heißt also zusammenreißen, arbeiten gehen, Gefühle unterdrücken und so tun als sei alles normal. Dann musste ich fünf…

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    Herzenswünsche und persönliches Glück

    Ich freue mich, mit Euch eine schöne Begebenheit aus meinem gegenwärtigen Leben  zu teilen. Am Dienstag, den 10.03.20 ist für mich ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Meine Stute hat ein Fohlen bekommen. Ich habe bislang noch nicht viel über meine Tiere geschrieben. Sie sind ein sehr wichtiger Teil in meinem Leben. Ich habe mir schon lange ein eigenes Fohlen gewünscht. Es ist quasi mein Geschenk dafür, dass ich meinen Bachelor bestanden habe. Damit habe ich mir ein großes Ziel gesetzt. Einen Herzenswunsch. Jetzt werden vielleicht einige denken:“ Na super, ich habe echt andere Probleme als mir ein Fohlen zu wünschen“. Aber das ist auch nicht der Kern. Der Kern…

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    Kompass

    Als ich den Podcast „Hoffnung hilft heilen“ von Martha Pany mit Christian Burr gehört habe, bin ich an einer Stelle hängen geblieben. Die Stelle heißt Orientierung. Es ist die Rede davon, dass Menschen evtl. nicht zu jeder Phase ihrer Erkrankung für Recovery bereit sind. Das habe ich selbst im letzten Beitrag erwähnt und fand es interessant den Aspekt nochmals von Christian Burr zu hören. Es gibt Situationen da benötigt man in seiner psychischen Erkrankung zunächst Orientierung. Ich erinnere mich noch gut an eigene Phasen, in denen ich planlos was. Wie oft habe ich mir gewünscht, dass mir jemand Orientierung gibt. Ich war überhaupt nicht ich, und meine Seele total verzweifelt.…

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    Recovery kann, muss aber nicht und mehr Mut zum Risiko

    In der letzten Woche war ich im Studium. Dort wurde im Recovery Modul noch etwas wichtiges angesprochen. Der persönliche Recoveryweg hat viel mit Selbstverantwortung zu tun und es kann natürlich sein, dass man sich in einer Situation befindet, in der einen diese Selbstverantwortung überfordert. Recovery ist nicht der Weisheit letzter Schluss, sondern EINE Möglichkeit für den persönlichen Genesungsweg. Ich finde jedoch, dass die Recoverybewegung für alle zugänglich gemacht werden soll, denn was man nicht weiß, kann man auch für sich nicht nutzen. Ich kann nicht mit Bestimmtheit sagen, ob ich überhaupt in jeder Phase der letzten zwei Jahrzehnte offen für Recovery gewesen wäre. Was außerdem zu Recovery gehört, ist Risiken…

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    Aus der Angst aufzuwachen, ist wie der Übergang vom Winter zum Frühling

    Medikamente sind nur ein Unterstützung auf der Recovery Reise. Vieles muss man sich selbst erarbeiten und dazu gehört auch achtsam zu sein. Sobald es wieder möglich ist den Blick mal abzuwenden, um der Angst nicht zu viel Aufmerksamkeit, sondern diese dem zu schenken, was die Welt noch zu bieten hat. Am besten ist es hier die Erwartungen und Ziele nicht gleich am höchsten Punkt aufzuhängen, sondern zunächst die Augen zu öffnen für gute Worte, einem Lächeln, der Natur, Musik oder an was man sich persönlich noch so im Alltag erfreuen kann. Nachdem ich das Citalopram (später Escitalopram) eingenommen habe, ging es mir nach einiger Zeit besser. Ich erkannte mich wieder…

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    Wer bin ich

    In den Zeiten als die Angst mich völlig in ihrer Hand hatte, gab es kaum positive Gefühle. Sie waren überschattet von ständiger Anspannung und enormen innerlichem Stress. Ich war fast rund um die Uhr damit beschäftigt sie in Schach zu halten. Angst kann sich nicht über längerer Zeit auf ihrem Höhepunkt halten, so schwächte sie auch ab, aber sie war immer da. Auch wenn sie gerade nicht so stark war, hatte ich Angst das es wieder so schlimm würde. Die typische Angst vor der Angst. Ich befand mich in einem klassischen Teufelskreis. Da waren auch so unangenehme Ängste vor dem völligen Kontrollverlust oder die Angst davor „verrückt“ zu werden. Ich…

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    Noch ein paar wichtige und persönliche Gedanken zu Recovery

    Der Begriff Recovery ist für mich selbst sehr neu. Als ich im Studium davon hörte, war es als hätte ich ein weiteres sehr wichtiges Puzzelteil für meine persönlichen Fragen und die Auseinandersetzung mit meiner psychischen Erkrankung gefunden. Es fühlte sich an, als wenn ich danach schon länger gesucht hätte und sich ein großes Teil des Puzzels plötzlich zusammengefügt hat. Eine sehr wichtige Erkenntnis war, dass mein Leben mit der Angsterkrankung eine Reise ist und nicht etwas, was hätte eigentlich bereits zwangsläufig geheilt sein müssen (was natürlich auch nicht schlecht gewesen wäre). Auf der anderen Seite denke ich häufig, dass es die Erkrankung ist, die mir zu tieferen Erkenntnissen über das…